Presse
Eigenintiative: Familien in NÖ nahmen geflüchtete unbegleitete Jugendliche auf und machten bemerkenswerte Erfahrungen – die der breiten Öffentlichkeit sowie der Politik nicht vorenthalten bleiben sollten!

In Niederösterreich haben seit 2015 insgesamt 60 Familien einen oder mehrere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu Hause aufgenommen und bieten somit eine private Alternative zu institutionalisierten Einrichtungen für Asylwerber (Caritas, Diakonie etc.).

Nach mehrjährigen Erfahrungen dieser Familien lautet das Fazit: Jugendliche, die nach einer Flucht, oft traumatisiert, meist einsam und völlig entwurzelt endlich eine Art Zuhause finden, sind über dieses neue Stück Heimat wirklich dankbar. In diesem familiären Rahmen wird der Alltag geteilt, dadurch wird die Sprache schnell gelernt, die österreichische Kultur verständlich und erlebbar sowie Integration zu einem organischen Prozess. Darüber hinaus haben Familien die Möglichkeit, ihren Schützling beim Einstieg in das österreichische Schul- und Ausbildungssystem optimal, weil individuell, zu unterstützen.

 

In Heimen neigen naturgemäß junge Menschen in ihren Gruppierungen in ihrer Muttersprache und ihren Gewohnheiten zu verharren. Dass die Integration der Jugendlichen dagegen im Familienverbund am besten funktioniert, ist wohl wenig überraschend. Zusätzlich ist es auch aus einem anderen Grund besser:.

 

 Die Betreuung in Familien ist für den Staat um ein Vielfaches günstiger

 

Familien, die einen minderjährigen Flüchtling aufnehmen, erhalten aktuell 24 Euro pro Tag. Dabei wird der schutzsuchende Jugendliche in eine Familie integriert. Im Gegensatz dazu, erhalten Einrichtungen, die Asylwerber professionell betreuen pro Jugendlichem rund 95 Euro. Dieser Betrag gilt wenn auf 10 Asylwerber ein Betreuer kommt.

 

Der Staat gibt für die Betreuung eines Asylwerbers in einer Einrichtung (Heim etc…) also fast 4x so viel aus wie für die Betreuung in einer Familie!

 

Systemschwäche: Unterstützung endet mit 18

 

Die staatliche Unterstützung in den oben angeführten Höhen endet mit dem 18. Geburtstag des Asylwerbers. Ab dann reduziert sich der Beitrag des Staates auf 12 Euro pro Tag  (Stand Jänner 2017 - 210 Euro Grundsicherung plus 150 Euro Wohnkostenzuschuss im Monat).

 

Da alle diese Jugendlichen aufgrund der Lebensverhältnisse im Herkunftsland und ihrer Flucht zwischen 1 und 3 Jahre ihrer Schulausbildung verloren haben und zusätzlich noch eine fremde Sprache lernen müssen (ganz zu Schweigen von der Aufarbeitung von Traumata), sind nur die wenigsten mit 18 gut ausgebildet.

 

Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen, die die Pflichtschule abgeschlossen haben, ist in Wien bereits 39% (Stand November 2016, Quelle: ORF). Es muss daher im Sinne der Öffentlichkeit und des Gesetzgebers sein, minderjährige Flüchtlinge nicht auch noch in diesen Problem-Arbeitsmarkt zu drängen, sondern eine – wenn auch zeitaufwändigere – Ausbildung in berufsbildende mittlere Schulen oder höhere Schulen (AHS, BHS) zu ermöglichen, wenn sie dabei schon von Familien begleitet werden.

 

Fakten

  • Integration von minderjährigen geflüchteten Menschen funktioniert am besten im Familienverbund.
    • Sprachliche, kulturelle sowie emotionale Barrieren werden durchs Zusammenleben schneller überwunden.
    • Die österreichische Bevölkerung baut Ängste ab, da die Jugendlichen als „Familienmitglied des Nachbarn“ wahrgenommen werden.
    • Familien, die einen Jugendlichen aufnehmen, erhalten im Moment 24 Euro pro Tag; Einrichtungen wie Heime der Caritas, Diakonie... rund 95 Euro.
    • Unterstützung der Familien mit Gastkindern endet mit dem 18. Geburtstag des Asylwerbers – egal, wie viele Schuljahre der UMF nachzuholen hat.

 

Initiative

    • Der Verein „Zuflucht: Familie – Refugees in Families“ möchte eine breite Öffentlichkeit sowie die Politik darauf aufmerksam machen, dass es eine kostengünstige, menschliche sowie höchst effiziente Möglichkeit gibt, jugendlichen Asylwerbern zu helfen, sich positiv in unsere Gesellschaft zu integrieren.
    • Der Verein möchte erreichen, dass die Republik Österreich politische Initiativen setzt, um mehr junge Geflüchtete in Familien unterzubringen.
    • Der Verein bittet Menschen die sich mit dieser Initiative identifzieren können, um Mithilfe, insbesonders bei der Beantwortung von Anfragen von interessierten Familien.
    • Der Verein „Zuflucht: Familie“ ruft daher zu Spenden auf für
      • Eine Kampagne zur Unterbringung von geflohenen, schutzsuchenden Jugendlichen in Familien
      • Zusätzliche individuelle psychologische und pädagogische Betreuung von jungen Flüchtlingen und für
      • Ausbildungen jenseits des 18. Geburtstags.
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