Die Familien der Initiative

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Familie Pavelka:

Im Rahmen meines Einsatzes als Ärztin im Übergangslager in Wiesen bin ich in Kontakt mit Mustafa, einen 23 jährigen Syrer, gekommen. Er hat dort für mich gedolmetscht, obwohl er in den 1 ½ Jahren Wartezeit auf sein Interview keinen Zugang zu einem Deutschkurs hatte. Es folgten viele Stunden, in denen Mustafa mir über den Krieg, die Flucht, seine Zeit in Österreich erzählt hat, ich ihn bei der Wohnungssuche begleitet oder bei sonstigen bürokratischen Hürden unterstützt habe. Aus einer Bekanntschaft ist eine Freundschaft geworden. Mittlerweile arbeitet Mustafa seit fast einem Jahr bei der Caritas und ist einem Netzwerk von österreichischen Freunden eingebettet.
Das Treffen mit Mustafa im Herbst 2015 hat mich motiviert, noch weitere geflüchtete Jugendliche zu unterstützen. Da ich in meiner Wohnung einen leer stehenden Raum hatte, beschloss ich diesen, auf der Plattform „Willkommen Flüchtling Österreich“ anzubieten – 4 Wochen später, im November 2015, ist Abi, ein afghanischer Flüchtling, bei mir eingezogen. Abis großer Bedarf an Geborgenheit, Sicherheit und Unterstützung einer Familie, aber auch seine Wertschätzung dafür, bestätigen mich täglich aufs Neue, dass es die richtige Entscheidung war, ihn bei mir, wie einen Sohn aufzunehmen. Abi ist durch seine aufgeschlossene Art und sein hilfsbereites Wesen binnen kurzer Zeit fixer Bestandteil meiner Familie und meines Freundeskreis geworden und aus meinem Leben und dem meiner Familie nicht mehr wegzudenken.
Mittlerweile ist Abi volljährig, hat durch seine unglaubliche Lernmotivation den Pflichtschulabschluss im November 2016 ausgezeichnet geschafft und besucht C1 Kurse, um sich auf den Einstieg in den Erwachsenenlehrgang EDV an der HTL Spengergasse im Herbst vorzubereiten.

Mit Abi und Mustafa sind noch 4 weitere geflüchtete Burschen in unterschiedlichem Alter zu mir gestoßen, und ich erlebe täglich aufs Neue, wie wichtig der Kontakt der Jugendlichen zu österreichischen Familien für die Integration ist – kaum anders wo ist es so einfach für sie, westliche Werte und die österreichische Kultur zu erleben und kennenzulernen, als im Alltagsleben einer Familie.

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